Verdienen am Atom-Aus: Geschäftsideen zur Energiewende.

Das Märchen von der Unbezahlbarkeit der grünen Energien hat in Deutschland seit der Katastrophe von Fukushima beträchtlich an Glaubwürdigkeit verloren. Wer heute auf die Möglichkeiten eines neuen Strommarktes setzt, sind nicht Öko-Träumer, sondern Unternehmer mit Zukunftsvision.

Seit in Japan eine Naturkatastrophe die scheinbar vergessene Seite der Atomenergie ins Gedächtnis der Industrieländer zurückgeholt hat, kann es mit den Alternativen zur herkömmlichen Energiegewinnung plötzlich nicht schnell genug gehen. Ein Großteil der Deutschen würde am liebsten auf Strom durch Atomkraft, Kohle oder Gas verzichten und stattdessen Wind- oder Solarenergie herstellen - und dies nicht in erster Linie aus ökologischen Gründen, sondern um Geld zu sparen. Das brandenburgische 8000 Seelen-Dorf Feldheim hat es vorgemacht und sich von den Stromkonzernen emanzipiert. Die Gemeinde gründete ihre eigenen Dorfwerke mit 3000 Euro Startkapital von jedem Nutzer und verlegte unterirdisch ein neues Stromnetz. Nun zahlen die Bewohner 16,6 Cent pro Kilowattstunde anstatt knapp 25 Cent für Fremdstrom und haben 2010 insgesamt 300.000 Euro gespart. „Wenn man die Leute finanziell an der Sache beteiligt, finden sie Windmühlen schön“, erklärt Bürgermeister Michael Knape die Relativierung des bekannten deutschen Wutbürgertums angesichts der befürchteten „Verunstaltung“ deutscher Landschaften bei einem kompletten Atom-Ausstieg.

Was das Beispiel Feldheim beweist, ist nichts anderes als die Realisierbarkeit der Energiewende. Nie war die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten, aber auch nach Prozessen und neuen Technologien im Sektor der erneuerbaren Energien so groß wie jetzt, nie gab es mehr Förderprogramme in diesem Bereich. Mittelständische Betriebe prüfen ihre Marktposition und stellen fest, dass sich ihr Produkt eignet, um an der Energiewende mit zu verdienen.

IT-Betriebe spezialisieren sich auf Programme zur Vorhersage produzierter Strommengen von Solar- und Windanlagen, Hersteller von Turnmatten produzieren Schaumstoffe für Rotorblätter von Windanlagen. Das größte Manko der Wind- und Solarenergie, nämlich die fehlende Regulierbarkeit der produzierten Strommenge, schüchtert Unternehmer nicht ein, sondern eröffnet in ihren Augen gigantisches Marktpotenzial und bringt neue Technologien hervor: Mit der Umwandlung in Methangas zur Weiterverwendung überschüssigen Ökostroms ist bereits ein zukunftsträchtiges Modell geboren, das nur noch auf die Aufhebung bürokratischer Hürden durch die Politik wartet, um im großen Stil angewendet werden zu können.

Weitere Marktchancen ergeben sich simpel aus der Tatsache, dass Strom mit einem Atomausstieg wesentlich teurer wird: Schätzungen zufolge ist bei einem Komplettausstieg mit einer Steigerung um 20 Prozent zu rechnen. Energieeffiziente Beleuchtungen von Handy-Fernseh- und Computerbildschirmen, die mit minimalem Stromverbrauch auskommen, sind in diesem Bereich nur die ersten von unzähligen Geschäftsideen.


(Quelle: STRATEGAM Redaktion)

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