Editorial.
Liebe Newsletterleser,
erst die Kürzung des Gründungszuschusses, nun die Aufregung um selbständige Hartz IV – Bezieher: Das Gründerklima in Deutschland ist diesen Sommer geradezu eisig geraten. Kaum setzt Ursula von der Leyen die Sparschraube an der Existenzsicherung für gründungswillige ALG I - Empfänger an, ziehen die Arbeitsagenturen nach und verkünden entnervt, die Zahl der Unternehmer, die ihre Einkünfte mit Hartz IV aufstocken, sei innerhalb der letzten drei Jahre um 50.000 auf rund 125.000 Hilfsbedürftige gestiegen. Es wird ein Missbrauch des Sozialstaates gefürchtet, denn eine sichere Überprüfung der tatsächlichen Hilfsbedürftigkeit von Selbständigen liegt für die BA’s offensichtlich nicht im Bereich des Machbaren. Also werden wieder einmal wegen ein paar schwarzer Schafe alle Betroffenen über einen Kamm geschert. Doch gerade Klein- und Kleinstgründer aus der Arbeitslosigkeit, die im Rahmen einer Evaluierung der Hartz – Gesetze statistisch als höchst erfolgreich eingeschätzt wurden, werden dem Klischee vom unfähigen (und nun auch kriminellen) Kleingründer, das diesen Sommer zum wiederholten Male bedient wird, einiges entgegenzusetzen haben. Zum Beispiel die Millionen an Staatsgeldern, die Insolvenzen mittlerer und großer Betriebe jährlich verschlingen.
Uns bleibt letztendlich nur zu hoffen, dass sich motivierte Menschen auch weiterhin nicht davon abhalten lassen, unserem Staat Steuergelder und Arbeitsplätze zu verschaffen, anstatt mut- und tatenlos in der Arbeitslosigkeit zu verharren.
Mit den besten Grüßen,

Andreas Schilling



Founder
STRATEGAM Beraternetzwerk