Neues aus der Gründerforschung.
Welche Auswirkungen hat der demografische Wandel für Selbständige? Wer gründet häufiger: Frauen oder Männer? Warum gründen weniger Migranten in wissensintensiven Schlüsselsektoren? Antworten auf diese Fragen liefern aktuelle Studien – hier eine Übersicht der wichtigsten:
Gründer werden immer älter
Der demographische Wandel bringt es mit sich, dass auch die sogenannten Jungunternehmer immer älter werden. Laut aktuellem Deutschlandreport des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) liege der Altersdurchschnitt bereits bei 41,5 Jahren. Passend dazu zeigt eine Umfrage des RKW Kompetenzzentrums unter Gründern über 45 Jahren, liebevoll als „Silver Starters“ bezeichnet, dass fast die Hälfte der Befragten froh sei, endlich ihr eigener Chef zu sein. Der Vorteil eines reiferen Gründers liegt nach Auffassung der RKW-Experten klar auf der Hand: er verfügt in den meisten Fällen bereits über berufliche Erfahrung und ein gewisses Netzwerk, welches er auch rechtzeitig zu aktivieren weiß. Allerdings ergeben sich aufgrund des Alters auch Schwierigkeiten, so z.B. bei staatlichen Finanzierungs- sowie bei spezifischen Beratungsangeboten. Oftmals würden ältere Gründer hierbei nicht ernst genommen.
Gründen ist Männersache
In Deutschland wagen nur halb so viele Frauen wie Männer den Schritt in die Selbständigkeit, berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) unter Bezugnahme auf den oben bereits genannten GEM. Dies liege neben den zu strikten Regulierungen, schwierigen Zugängen zu Wagniskapital und einer zu hohen Steuerlast vor allem an einem fehlenden Beratungsnetzwerk für gründungswillige Frauen. Hier seien Länder wie Australien, USA oder auch Belgien bereits viel weiter. So herrsche bereits Geschlechtergleichstand in Australien.
Migranten in Schlüsselsektoren
Deutlich weniger Personen mit Migranten hintergrund gründen ein Unternehmen in den Schlüsselbranchen Maschinenbau, Chemie, Softwareherstellung etc. Das ist das Ergebnis einer vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführten Untersuchung von ca. 140000 Unternehmensgründungen in Deutschland. Der Hauptgrund für den geringen Anteil von Migranten liege wahrscheinlich im Bildungsunterschied zwischen Zuwanderern und Deutschen, so Professorin Elisabeth Müller, Wissenschaftlerin an der Frankfurt School of Finance und Verantwortliche der Studie. Um das enorme Innovationspotential in diesen Branchen aber voll ausschöpfen zu können, müsse die Politik mehr für das Bildungsniveau der Migranten tun.
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(Quelle: STRATEGAM Redaktion/Startothek)