Editorial.

Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt nichts mehr zu rütteln: Die Kürzungen am Gründungszuschuss treten am 01. November in Kraft. Der Bundestag hat das umstrittene Gesetz Ende letzten Monats endgültig verabschiedet. Das bedeutet für Gründer aus der Arbeitslosigkeit nicht nur insgesamt weniger Geld, sondern auch drei Monate weniger Zeit für die wesentliche Gründungsarbeit: Personalsuche, Mietvertrag, Wareneinkauf - all das soll jetzt in sechs Monaten vonstatten gehen und in einem Erfolgsbericht enden, den man zur Beantragung der zweiten Förderphase vorlegen soll.
Das sind natürlich schwierige Bedingungen. Und trotzdem: Es lohnt sich, seinen Plan von der beruflichen Selbständigkeit umzusetzen. Ich möchte Ihnen zur Veranschaulichung zwei Hartz IV Empfänger aus Lüneburg vorstellen, die aus ihrer Arbeitslosigkeit im wahrsten Sinne des Wortes das Beste gemacht haben:
Uwe Glinka, ehemaliger Verkaufsleiter eines Autohauses, und Kurt Maier, ehemaliger Informationselektriker, waren lange arbeitslos. Sie plagten sich mit ihrem Regelsatz von 351 Euro herum und fragten sich immer wieder, wie man das Geld am besten einteilen könnte, um nicht schon vor Monatsende mit leeren Händen dazustehen. Bei Weiterbildungsmaßnahmen kamen sie ins Gespräch mit anderen Hartz IV - Empfängern - die meisten klagten, dass gerade eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung bei so kleinem Budget eigentlich nicht machbar sei. Nicht mehr als 4,40 Euro pro Tag und pro Person durfte die Verpflegung im Schnitt kosten. War das machbar? Diese Frage ließ die beiden Männer nicht mehr los, und weil sie ohnehin nie etwas für Untätigkeit übrig hatten, zogen sie los, um in Discountern Preise zu vergleichen und bei alten Landfrauen nach gesunden und günstigen Rezeptideen zu forschen. Das Ergebnis: "Das Sparkochbuch", in dem die Autoren 75 Speisepläne mit Frühstück, Mittag- und Abendessen für zwei Personen zusammengestellt haben - ausgehend vom Tagessatz eines Hartz IV - Empfängers.
Glinka und Meier selbst sind auf ihre Sparrezepte inzwischen längst nicht mehr angewiesen. Ihre Sparkochbücher sind Kassenschlager und haben die beiden zu erfolgreichen Unternehmern gemacht. Und ihr Beispiel sollte deutschen Gründern aus der Arbeitslosigkeit Mut machen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen - selbst wenn die Politik ihnen Steine in den Weg legt.
Eine gewinnbringende Lektüre wünscht Ihnen

Harald Wachter
Geschäftsführer
STRATEGAM Deutschland