Studie: Unternehmensstärken kleiner und großer Betriebe.
Was können kleine Unternehmen gut, wo sind Konzerne stark? Eine aktuelle Studie des Instituts von Demoskopie Allensbach zeigt: Die Großen sind Meister im Sparen. Die Kleinen sind besonders innovativ - und sie jammern auch nicht über Fachkräftemangel.
Geld? Ist wichtig, klar. Gehälter zahlen, Kredite bedienen und, äh, Investitionen. Woher dieses Geld kommt, interessiert die Chefs deutscher Konzerne offenbar weniger. 18 Prozent von ihnen haben keine Ahnung, aus welchen Quellen ihre Arbeitgeber benötigtes Kapital schöpfen.
Das ist eine der verblüffenden Erkenntnisse aus einer aktuellen Studie des Instituts von Demoskopie Allensbach im Auftrag der Unternehmensberatung Kerkhoff Consulting. Für diese Studie wurden 501 Top-Entscheider befragt, um Stärken und Schwächen mittlerer und größerer Unternehmen vergleichen zu können. Als "groß" gelten Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern und 50 Mio. Umsatz.
Je größer das Unternehmen, desto höher auch die Arbeitsteilung. Das sorgt für strukturiertere Prozesse, aber auch für mehr Bürokratie. "Mit steigender Unternehmensgröße nimmt die Effizienz der Verwaltung tendenziell ab", heißt es in der Studie. Das sei "der Fluch der Bürokratisierung".
In dieses Raster passt, wenn 38 Prozent der Kleinen ihre Verwaltung als "sehr effizient" loben. Diese Quote liegt bei großen Unternehmen nur bei 23 Prozent - wird allerdings steigen. Mehr als zwei Drittel der Großen haben Projekte gestartet, um die Verwaltungsprozesse zu verbessern, weitere 17 Prozent sind gerade dabei.
Technik kontra Amtsschimmel
Dabei
wird auf Technik gesetzt: "Mit IT- und ERP-Systemen soll die
Transparenz erhöht werden, sollen Informationen schneller übermittelt
werden, damit Entscheidungen schneller fallen können", sagt Erik
Hofmann, Projektleiter des Kerkhoff Competence Center of Supply Chain
Management der Universität St.Gallen. Sein Team hat die
wissenschaftliche Auswertung der Studie übernommen.
Eine höhere Arbeitsteilung
innerhalb des Unternehmens führe eben zu einem höheren
Koordinationsaufwand", sagt Hofmann. Das sei unvermeidbar. Hofmann
spricht aber auch einen Nachteil der scheinbaren Flexibilität von
kleineren Unternehmen an: Wenn alles über den Geschäftsführer läuft,
kann der zwar rasch entscheiden, "es droht aber auch die Gefahr des
Verzettelns".
Mein Kumpel bei der Bank
Um dieser Gefahr zu entgehen, fahren
viele Geschäftsführer bei der Finanzierung eingleisig. "Sie vertrauen
ihrem persönlichen Bekannten in der Hausbank und verzichten damit auf
viel Potenzial, sagt Hofmann. Woran es in kleineren und mittlere
Betrieben fehle, seien spezialisierte Finanzabteilungen, die auch über
andere Geldquellen nachdenken. Derzeit ist für 84 Prozent der mittleren
Unternehmen der Kredit das Mittel der Wahl. "Und das wird wohl noch
lange so bleiben", sagt Hofmann.
So lange eben, bis
professionellere Strukturen eingeführt werden. Die Studie zeigt, dass
der Mittelstand so gut wie nie die Nase vorn hat. Vor allem
bei modernen Tools wie einem klar definierten Risikomanagement oder bei
der Produktkostenanalyse wird deutlich, dass große Unternehmen die
Maßstäbe setzen und die kleineren dann langsam nachziehen.
(Quelle: www.impulse.de/STRATEGAM Redaktion)