STRATEGAM Umfrage: Existenzgründer verzichten oft auf externe Dienstleister

Gerade für Neugründer mit wenig Erfahrung klingt die Option Outsourcing verlockend: Durch die Abgabe von Unternehmensaufgaben an Dritte kann mangelndes Know-how oder das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter ausgeglichen werden. Der Fremdbezug von Leistungen, die teilweise mehr recht als schlecht intern erbracht werden müssten, spart teure Ausgaben für Fehlerbeseitigung und verschafft dem Unternehmer nicht zuletzt Raum, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Doch bei Weitem nicht jeder Unternehmer sieht im Outsourcing mehr Vor- als Nachteile. Eine Umfrage des STRATEGAM Beraternetzes hat ergeben, dass die Beauftragung externer Dienstleister meist nur für einzelne Unternehmensbereiche in Anspruch genommen wird.


Im Zeitraum vom 25. Februar bis zum 11. März 2011 befragte das STRATEGAM Beraternetzwerk über 50 Unternehmer danach, welche Themenbereiche ihres Betriebes sie outgesourct haben. Der Schwerpunkt unter den Outsourcingbereichen liegt im IT-Umfeld: An erster Stelle der ausgelagerten Betriebszweige steht das Webdesign (16,94 %), an dritter und vierter Stelle stehen Programmierung (13,17 %) sowie Logo und Werbung (12,10 %). IT und EDV sind verständlicherweise sehr beliebte Outsourcingbereiche, denn gerade in diesem Bereich haben die wenigsten Gründer Ahnung und verfügen auch nicht über die notwendigen Programme. Wer bspw. sein Unternehmen professionell im Internet präsentieren möchte, braucht heute immer noch umfassendes Profiwissen, dessen Eigenerwerb Zeit, Geld und erhebliche Anstrengung kostet. Gerade Bereiche wie Webdesign mit einem relativ kleinen Arbeitsvolumen, aber verhältnismäßig hohen Anforderungen an Technik und Know-how, bieten sich zur Auslagerung an. Daher verwundert es eigentlich, dass nur 3,23 % der von STRATEGAM befragten Unternehmer angaben, firmenfremde Dienste im hochkomplexen Bereich SEO/SEM zu beziehen. Das könnte eher als an fehlendem Interesse daran liegen, dass vielen Outsourcing-Anwendern der Über-blick über die vielen möglichen speziellen externen Leistungen fehlt.

Das Thema Buchführung liegt mit 15,32 % an zweiter Stelle der am häufigsten ausgelagerten Bereiche. Angesichts der hohen Anforderungen des Finanzamts in diesem Gebiet ist diese Zahl eigentlich zu gering. Besonders wenn es um Belege, Bilanzen und Steuern geht, ist es immer sinnvoll, sich einen Spezialisten zu besorgen. Bedeutend weniger ausgelagert werden laut Umfrage andere Geschäftsprozesse. Für Sekretariatsaufgaben und die Unterstützung im Verkauf ab Telefonansprache und von der Termindurchführung bis zum Abschluss nehmen nur rund 5 % der befragten Gründer Hilfe von spezialisierten Dienstleistern in Anspruch. Ebenso unverständlich, da die 80 % der Gründer an zu wenig Umsatz scheitern und sich und ihre Leistungen schlecht verkaufen. Um seine Leistungen anbieten zu können, muss man telefonisch erreichbar sein. Hier schafft ein externer Sekretariatsservice Abhilfe. Bei den Gründern scheint das Marketing dieser Dienstleister bisher nicht gewirkt zu haben. Dasselbe gilt für die Büroreinigung, die nur 7,25 % der beginnenden Unternehmer von externen Kräften durchführen lassen. Da viele Gründer aus dem Home Office starten, ist diese Zahl erstaunlich hoch.

 

Quelle: Keyna Redaktion