Hoher Flug, harter Fall: Warum Start-ups scheitern
Es ist der Alptraum eines jeden Existenzgründers: Das Scheitern seines Unternehmens, noch bevor es sich etablieren kann. Aber nur wer weiß, wo die Fallstricke bei einer Gründung liegen, kann rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. „Gerade bei Kleingründungen sind es sehr häufig dieselben Fehler, die von Gründern gemacht werden“, erklärt STRATEGAM-Gründungsspezialist und Regional Director Helmut Boor. „An erster Stelle stehen Finanzierungs- und Kapitallücken, die im Businessplan schön gerechnet werden und dem Unternehmen dann im Ernstfall das Genick brechen.“ Was konkret die häufigsten Gründe sind, die ein Start-up zum Scheitern bringen, zeigte 2010 eine Studie des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung). Hier die wichtigsten Ursachen:
Unterkapitalisierung
Ungenügendes Startkapital ist die häufigste Ursache für ein Scheitern junger Unternehmen innerhalb der ersten fünf Jahre am Markt. Das ist kaum verwunderlich, denn die Eigenkapitaldecke ist bei Erstgründungen meist dünn, und Banken finanzieren in der Regel nicht den tatsächlich notwendigen Anfangsfinanzierungsbedarf, sondern einen Betrag, der zu den vorhandenen (geringen) Sicherheiten passt. Die ZEW-Studie schlägt einen Lösungsansatz vor, dessen
Realisierung angesichts der aktuellen Finanzkrise allerdings noch in ferner Zukunft liegt: „Die Höhe des gewährten Kredites an Start-ups oder junge Unternehmen sollte nicht vornehmlich sicherheitsorientiert, sondern eher chancenorientiert bestimmt werden. Hier wären eher inhaltlich kompetente Branchenkenner gefragt als Kreditsachbearbeiter.“ Laut Studie folgen aus dem Mangel an Startkapital dann die letztendlichen Insolvenz- oder Schließungsgründe: Es fehlt die Möglichkeit, Rücklagen aufzubauen, um temporäre Rückschläge abzufedern; dies kann zu einer schnellen Verschuldung führen, die eine Ablehnung weiterer Kredite nach sich zieht – dies sind im Grunde Folgen eines Liquiditätsengpasses.
Strategische Fehler
Viel mehr als bei etablierten oder größeren Unternehmen hängt der Erfolg junger und kleiner Unternehmen von den Entscheidungen und Fähigkeiten des Unternehmers bzw. Geschäftsführers ab. Strategische Einzelfehler sind hier schneller besiegelt und führen auch zwingender ins Unternehmerische Aus. Im Rahmen der Studie wurden inhaltlich am häufigsten eine zu starke Kundenbindung, ein zu kurzer Planungshorizont, ein zu starker Zielgruppenfokus, Fehlinvestitionen, eine zu riskante Wachstumsstrategie und die Kalkulation von nicht kostendeckenden Preisen genannt. Aber auch unzureichende Controlling-Kenntnisse werden häufig genannt; fehlende Marketingkenntnisse oder mangelhaftes Fachwissen sind dagegen seltener ein Problem. Die „inhaltlichen“ Voraussetzungen für einen Markterfolg sehen die meisten Unternehmen als gegeben, es fehlt allerdings an den Fähigkeiten, diese auch zu nutzen. In der Summe liegt auch hier ein Schwerpunkt auf dem Finanziellen – viele Gründer wissen mit dem ohnehin nicht ausreichenden Startkapital nicht richtig umzugehen.
Externe Ursachen
Häufig unterschätzt werden in der unternehmerischen Startphase auch unerwartete Einzelereignisse, die für sich allein schon zu existenziellen Problemen für die Unternehmen führen können. An erster Stelle stehen hierbei Forderungsausfälle, die besonders für junge Unternehmen mit einem nicht ausdehnbaren Kundenstamm zu einer Bedrohung werden können. Faktoren wie Auftragsrückgänge (beispielsweise auch durch geschlossene Kundenunternehmen oder Branchenkonjunkturen) oder unvorhergesehene Kostensteigerungen durch entsprechende Preissteigerungen auf den Faktormärkten werden von den Unternehmern zwar häufig angeführt, sind aber laut ZEW seltener direkt für das Scheitern der Gründungen verantwortlich.
Was ist zu tun, um Startfehler zu vermeiden? '
Es liegt in der Hand des Gründers selbst, seine Eignung für eine Unternehmensführung in allen Bereichen kritisch zu prüfen. Dennoch muss es gerade in der Startphase möglich sein, zu wachsen und zu lernen, ohne gleich den finanziellen Boden unter den Füßen zu verlieren - und dies ist nur mit einer ausreichenden Startfinanzierung und Rücklagen für den Notfall umsetzbar. Hier endet meist die Allmacht des Unternehmers – denn Banken sind keine Visionäre, sondern Sachbearbeiter, und für sie zählen nicht gute Ideen, sondern Sicherheiten. „Die wenigsten Gründungen, die wir begleiten, leben ausschließlich von einem Kredit der Hausbank. Viele von ihnen wurden sogar abgelehnt. Dass sie trotzdem gründen konnten, verdanken sie öffentlichen Fördermitteln und alternativen Finanzierungsmethoden“, erklärt Helmut Boor. Allerdings sind Auswahl und Antragstellung hier ohne Profi kaum erfolgsversprechend. STRATEGAM-Berater stellen für ihre Kunden ein maßgeschneidertes Finanzierungsprogramm aus allen verfügbaren Mitteln zusammen und setzen dieses gemeinsam mit dem Gründer Schritt für Schritt um, wobei die Beratungskosten selbst mit bis zu 90% durch öffentliche Gelder bezuschusst werden.
Informationen über das STRATEGAM Beraternetzwerk und seine Leistungen erhalten Sie auf www.strategam.de oder telefonisch unter +49(0)211.75 84 859-21.
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(Quelle: STRATEGAM Redaktion)