Freizügigkeit: Statistik der Bundesagentur für Arbeit belegt Ausbleiben der Zuwanderungswelle.

Die Aufregung war umsonst. Wie die Bundesagentur für Arbeit herausfand, hat das am 01. 05. 2011 in Kraft getretene Freizügigkeitsgesetz die Befürchtungen deutscher Arbeitnehmer vor billiger Konkurrenz genauso wenig erfüllt wie die Hoffnungen der Arbeitgeber auf qualifizierte Fachkräfte: Abzüglich des jahreszeitlich üblichen Arbeitskräftezuwachs ist die Zahl der Beschäftigten aus den neuen Mitgliedsstaaten im Mai 2011 nur um 24.000 auf insgesamt 259.000 gestiegen – das sind gerade einmal 0,8 Prozent des Gesamtzuwachses.

Wie Ilona Mirtschin, Pressesprecherin der BA, feststellte, könne „insgesamt von einer ganz großen Welle nicht die Rede sein. Es sind sogar weniger gekommen als erwartet.“ Auch eine Konkurrenz zu einheimischen Arbeitern sieht Mirtschin nicht: „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wären sogar – zumindest in einigen Branchen – deutlich mehr Bewerber aus den neuen Mitgliedsstaaten wünschenswert.“

Von den 24.000 zusätzlichen Arbeitskräften sind etwas über 8.000 in der Land- und Forstwirtschaft gelandet - im Baugewerbe knapp 3000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist zusätzlich um etwa 15.000 und die geringfügige Beschäftigung um etwa 9.000 gestiegen. Ende Mai waren somit in Deutschland insgesamt 186.000 sozialversicherungspflichtige und 73.000 ausschließlich geringfügig Beschäftigte aus den neuen Mitgliedsstaaten der EU tätig. Ein Vergleich mit den Zahlen aus dem Ausländerzentralregister zeigt, dass der Anstieg allerdings nicht allein durch Zuwanderung stattgefunden hat, sondern viele Beschäftigte bereits in Deutschland lebten, hieraber entweder nicht gearbeitet haben oder selbständig waren. Die meisten Beschäftigten aus den neuen Mitgliedsstaaten fanden im Übrigen in Bayern, Nordrhein- Westfalen und Niedersachen einen neuen Job; 85% in Westdeutschland.


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(Quellen: STRATEGAM Redaktion/BA)