„Krisenmanagement ist auch Fördermittel-Management“: Ein Gespräch mit Harald Wachter
Weltweit schreiben die Aktienmärkte tiefrote Zahlen. Erst die Schulden-, dann die Euro-, jetzt die Finanzkrise – da werden schnell Stimmen laut, die eine mögliche Rezession fürchten. Dabei scheint die deutsche Realwirtschaft von der Situation an den Börsen kaum etwas zu spüren. Harald Wachter, Regionaldirektor der STRATEGAM Nord-West und neuer Geschäftsführender Gesellschafter der STRATEGAM Deutschland GmbH im Gespräch über Krisenmanagement - in der Weltwirtschaft und in deutschen mittelständischen Betrieben.
STR: Die Finanzbranche steckt wieder tief in der Krise. Muss der deutsche Mittelstand jetzt mit einer Rezession rechnen?
Wachter: Ich sehe die Finanzbranche nicht in der Krise. Die großzügigen Bürgschaften der EU federn die wesentlichen Risiken ab. Der Deutsche Mittelstand, also die Unternehmen bis 250 Mitarbeiter/innen wäre von der von Ihnen angesprochenen Finanzkrise betroffen, wenn dadurch z.B. der Euro gegenüber dem US Dollar deutlich teurer und damit den Export belasten würde, oder wenn die Deutsche Bundesbank bzw. die Europäische Zentralbank die Zinsen für Kredite erhöhen würde. Beides sehe ich nicht.
STR: Der deutschen Mittelstand kämpft derzeit eher gegen Fachkräftemangel und Kapazitätenengpässe. Wie schätzen Sie die Kompetenz der deutschen KMU in Sachen Krisenmanagement ein?
Wachter: Sehr unterschiedlich. Die kleinen KMU, also die Unternehmen bis 20 Mitarbeiter/innen, haben sich auf die Themen Demografischer Wandel und Fachkräftemangel bisher nur ungenügend eingestellt. Flexible Arbeitszeitmodelle, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder auch die Bereitschaft, Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben, sucht man hier noch weitestgehend vergebens. In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, dass es an dieser Stelle an externer Beratung zu den unterschiedlichen Förderprogrammen der Arbeitsagenturen mangelt – sei dies durch die IHK´s oder durch die Handwerkskammern und Innungen. Kleine Unternehmen können sich eigene Fachkräfte für Personal, Finanzen/Controlling, Betriebsorganisation oder Marketing finanziell nicht leisten. Daher bietet die STRATEGAM gerade für diese KMU ein Servicepaket an: Bei konkreten betrieblichen Probleme oder Fragestellungen stellen wir einen spezialisierten Experten zur Verfügung. Dieser unterstützt das Unternehmen dann an einem Tag pro Monat vor Ort im Betrieb. Und das zu einem Preis von 8.500,- € zzgl. MWSt.
Die größeren KMUs sind, was die Gewinnung von Fachkräften anbetrifft, deutlich besser aufgestellt. Sie nutzen z.B. die Möglichkeiten von Kooperationen mit Schulen und bieten entsprechende Praktikumsplätze frühzeitig an, um so geeignete Kandidat/innen an sich zu binden. Bei diesen Unternehmen stellen Kapazitätsengpässe eine wichtige Wachstumsbremse dar. Hier spielt die Frage von regionalen Kooperationen, aber auch ein mögliches Outsourcing von Produktionsbereichen ins Ausland eine wichtige Rolle. Auch hier erlebe ich immer wieder, dass die Unternehmen über innovative Förderprogramme von Ländern, Bund und EU nicht ausreichend informiert sind. Aber ein gutes Krisenmanagement ist immer auch Fördermittel-Management. STRATEGAM bietet hier an, gerne in enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaftsförderung, über entsprechende regionale Clusterbildungen nachzudenken und die entsprechenden Förderprogramme nutzbar zu machen. Wir definieren mit den Unternehmern gemeinsam ihre Kernkompetenzfelder und -themen sowie die Schnittstellen zwischen dem Betrieb und den Kooperationsbetrieben. Natürlich hinterlegen wir dies mit einer belastbaren Kalkulation. Erstgespräch sowie Angebotserstellung sind völlig kostenlos.
STR: Die Eigenkapitalquote der deutschen Unternehmen ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen – das bedeutet ja immerhin eine gewisse Unabhängigkeit der Mittelständler vom Kapitalmarkt. Doch was können Klein- und Kleinstbetriebe mit geringem Eigenkapital im Krisenfall oder als Prävention tun?
Wachter: Zunächst einmal: ich kann verstehen, wenn Banken darauf Wert legen, dass ein Unternehmen Eigenkapital vorweisen kann. Aber ich darf an den alten deutschen Kaufmannsspruch erinnern: Es gibt kein teureres Geld als sein eigenes Geld. Da liegt eine Menge Wahrheit drin.
Um im Krisenfall, aber auch im Fall einer gewollten Expansion, ausreichend liquide zu bleiben oder zu sein, gibt es vielfältige Wege, von denen viele nur nicht ausreichend bekannt sind. Eines der alternativen Finanzierungsinstrumente ist beispielsweise der Mikrokredit. Die meisten haben davon schon einmal etwas gehört – allerdings im Zusammenhang mit Indien oder Pakistan. STRATEGAM will helfen, diese Finanzierungsform auch im deutschen Mittelstand zu etablieren - Immerhin handelt es sich hierbei um eine Möglichkeit, unkompliziert und vollkommen Branchen-unabhängig bis zu 20.000,- € zu erhalten, und das zum günstigen Zinssatz von 8,9 % effektiv. STRATEGAM wird hier – nachdem wir jetzt die ersten erfolgreichen Projekte abgeschlossen haben – Anfang September mit dem größten Deutschen Mikrofinanzierer einen deutschlandweiten Kooperationsvertrag abschließen. Damit können wir unseren Kunden – egal ob StartUps oder bestehenden Unternehmen – einen weiteren Mehrwert bieten – ob in guten oder in Krisenzeiten.
Informationen über das STRATEGAM Beraternetzwerk und seine Leistungen erhalten Sie unter www.strategam.de oder telefonisch unter +49-211-7584859-21
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(Quelle: STRATEGAM - Redaktion)