Stillstand verboten: Wie Geschäftsmodelle zeitgemäß bleiben.

Auch wenn die Gründungs- und erste Wachstumsphase erfolgreich war - Unternehmer sollten sich nicht zu früh auf ihren Lorbeeren ausruhen. Denn wer seine Firma auf Kurs halten will, muss stetig am Geschäftsmodell arbeiten.

Nach der Gründungs- und Wachstumsphase ist die Gefahr groß, den Anschluss zu verpassen. Nicht selten kommt das Angebot in die Jahre oder ein Wettbewerber drängt mit einem gut kopierten Produkt auf den Markt. Eine kritische Zeit: Meist ist nach fünf Jahren der Punkt erreicht, an dem junge Unternehmen wissen müssen, womit sie künftig Geld verdienen möchten. Wer dann keine Strategie hat, für den wird es knapp.

Wachstum führt unweigerlich über Innovation. Doch viele Führungskräfte lassen sich vom Tagesgeschäft vereinnahmen, statt sich Zeit für die strategische Entwicklung zu nehmen. Damit droht die Gefahr, in die "Wachstumsfalle" zu geraten. Vor allem technologiegetriebene Unternehmen werden mit einem Produkt groß, vernachlässigen dabei aber, Organisationsstrukturen und eine grundsätzliche Geschäftsidee zu entwickeln. Dazu gehörten etwa Dienstleistungen rund um das Produkt.

Immerhin: Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wollen 56 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen in diesem Jahr mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Jedoch: Nur rund 24 Prozent betreiben Innovationsmanagement. Bei Großunternehmen ist es fast die Hälfte.

In einer aktuellen Studie wurden sieben Typen mittelständischer Innovatoren klassifiziert. Dabei verfolgen die besten Firmen durchaus eine Strategie - allerdings nicht nach Schema F, sondern individuell erarbeitet, ohne feste Regeln und mit möglichst geringem Aufwand. Vor komplexen Methoden scheuen sie zurück.

Dennoch folgt der Innovationsprozess einem Plan. Die Unternehmen bilden etwa Arbeitsgemeinschaften oder fordern unter Umständen externe Unterstützung an. Bewährt haben sich auch Allianzen mit Forschungsinstituten. Mit dem Wachstum wird zudem das Controlling wichtig: Erfolgreich ist, wer für seine Innovationen eine Umsetzungsplanung macht und kontrolliert, ob er die gesteckten Ziele auch erreicht.

Gerade in jungen Firmen stößt das nicht immer auf Akzeptanz. Es ist Aufgabe des Managements, die Beschäftigten mitzunehmen. Erfolgreichen Chefs gelingt es, eine offene, kreative Firmenkultur vorzuleben und für Mitarbeiter mit neuen Ideen jederzeit ansprechbar zu sein. Mittelständler haben es hier einfacher als Konzerne, da die Entscheidungswege kurz, die Hierarchien flach und die Bindungen zum Kunden eng sind.

Ein guter Chef braucht keine Forschungsabteilung, um am Puls der Zeit zu bleiben. Stattdessen hört er Mitarbeitern, Kunden und Partnern zu und arbeitet im Team die besten Ideen heraus. Ein gutes Credo: Den Geist eines Start-Ups zu bewahren.


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(Quelle: Handelsblatt/STRATEGAM Redaktion)